Sonntag, 10. Oktober 2010

Luise in Australien: Klappe die Erste

 Ladies and Gentlemen – listen up yo! :-D Luise hats tatsächlich geschafft, heil anzukommen und jetzt endlich ein Lebenszeichen von sich zu geben ;-) Und nein, mein langes Schweigen wurde nicht dadurch ausgelöst, dass ich am Singapore Airport vom Boden gegessen und deshalb unter langer Krankheit gesuffert hab :-D Aber trotzdem war ich schon allein in Singapur fasziniert…von der Sauberkeit, den schönen Blumen und den tiefschwarzen Lotusblütenaugen meines südostasiatischen Stewards („Miss, may I serve you the Thai Chicken with the rice or the beef with the potatoes?“ – „The Thai Chicken please, thank you.“)

Naja, okay: Starten wir das Resümee der letzten 4 Tage, es wird viel Text werden (ach nee, was für ein außergewöhnliches Vorkommnis…), I´m so sorry…
Also: Zu meiner Entschuldigung, dass es jetzt so lange gedauert hat, bis das alles hier kommt, kann ich nur sagen: a) Ich bin in Melbourne, b) schon ab meinem ersten Abend in meiner Gastfamilie Knox/Scheiner gibt es das Ritual meiner beiden Gastkinder, das da heißt:



„Kuhsääln miiiit Lujiiisäää.“
Once again, in German please: Kuscheln mit Luise.

Damn -.- Ich + Kinder = bis letzte Woche noch eine aussichtslose Tragödie… Aber offensichtlich scheinen mich die beiden – Christian und Johanna – sehr zu mögen. Passenderweise hat meine Gastmama Christine (die mich übigens ständig Veronica respektive Lotta oder auch mal Daniela nennen will…) heute denn auch zu mir gesagt: „Luise (!), mir kommts vor, als obs dus schon dräi Monate bei uns bists. Wir lieben dich, du liebst uns, I´ll promise there will be so much crying when you´ll leave…“ Christine ist Österreicherin, sie kommt direkt aus Wien. Ihr Deutsch ist also eher Österreicherisch, ihr Englisch mehr Schottisch (inklusive gerolltem r), da Duncan – Gastpapa – gebürtiger Schotte ist und übrigens auch haargenau den Humor hat, den man Schotten so nachsagt ;-) Mit ihm gucke ich immer um 19 Uhr „Home and Away“ – die schnulzigste Surfer-Aussie-Soap, die man sich, glaub ich, als Deutscher vorstellen kann ;-)


Soviel zum ersten Eindruck davon, wo ich hier gelandet bin :-D Aber im Ernst: Meine Familie ist unglaublich herzlich und lieb zu mir. Sie macht alles für mich, ist sehr zuvorkommend, das Essen (Christine ist Konditorin!) ist der Hammer, alles in allem – ziemlich perfekt bis jetzt :-) Wir wohnen hier in 26 Allan Street, Aberfeldie, was noch eines der inner suburbs von Melbourne ist.




Trotzdem bin ich von meinem Wohnort aus 1 ½ Stunden 41 Tram-Stationen unterwegs bis zum Central Business District… Is nich alles so lieblich und vertraut wie TÜ (Tübingen, meine Perle!!!  Kurze Gedenkminute an dieser Stelle…) Okay, also Ankunft war gut!
Bis auf das Wetter. Nachdem ich am Mittwoch bis 12 Uhr geschlafen hab (was für mich keineswegs unnormal ist, aber Christine dachte, es wäre besser mich aufzuwecken, bevor ich den Jetleg-Point verpasse…) klingelte beim Hinausschauen aus meinem Balkonfenster (jahaaaa, ich hab nen eigenen Balkon in meinem Zimmer!!!) die Stimme meiner (richtigen) Mama in meinen Ohren, die da tönte, als wir gereizt und voll beladen mit tausenden von Luise-Jacken an der Garderobe in H-Twon eine Packentscheidung fällen sollten: „LUISE, du fliechsch in de Summer!!! Do brauchsch kä Räänejack!!!“ Und endlich (ENDLICH!) sollte nun ich einmal Recht behalten haben: Ich setzte mich damals nämlich verstärkt FÜR die Regenjacke ein und am Mittwoch hat es denn auch prompt geschüttet, als ob uns allen der Himmel auf den Kopf fallen würde…Auch sonst feiere ich regenjacken- und wettermäßig noch immer meinen persönlichen inneren Reichsparteitag, da der Wind hier doch sehr kalt ist. Wenn die Sonne scheint, kein Ding, aber es gibt doch kühlen Meerwind…
Gewitter gabs dann am Mittwoch auch noch, sodass ich an dem Tag nicht wirklich viel gemacht habe, bzw. machen konnte. Ich war nur kurz bei Monnee Ponds Station und habe die Umgebung fotografiert… (Die Bilder vom Fluss – Marybirnong River – sind nicht von Mittwoch, mit Sonne macht er nämlich mehr her, The Ol´ Man River :-D )



Donnerstag war dann schon besser. Ich stand auf, schaute zu meinem Ostfenster raus, sah den CBD in weiter Ferne UND: Die Sonne! Juhu! Beschwingt frühstückte ich mit den anderen (Wheat Biscuits mit Milch und Rosinen) und machte mich dann auf den Weg in die Stadt. 
Stadt. Ein Witzwörtchen mit 5 Buchstaben für das, was es ist. Zumindest wenn man da herkommt, wo ich herkomme ;-) Wie gesagt, ich bin ewig unterwegs bis zum Federation Sqaure, wo ich ab morgen arbeiten werde. Als ich den Square und mein Arbeitsgebäude dann aber gesehen hab, war ich…wie erschlagen. Ich konnte nicht fassen, wo ich arbeiten werde, weils zentraler und bekannter kaum geht und weil…naja, weil alles so groß und so weitläufig und so…FASZINIEREND ist. SBS Radio ist im Alfred Deaking Building, wo auch das ACMI (Australian Centre for the Moving Image). Gerade heute ging dort die Tim Burton Ausstellung zu Ende. Und jetzt kommt die „Dreams Come True: The Art of Disney´s Classic Fairy Tales“-Austellung und irgendwie hab ich im Gefühl jemanden zu kennen, der sich das ansehen wird ;-) 
Flinders Street Station - gegenüber: Federation Square

City Circle Tram


Yarra River
SBS (Radio) im Alfred Deaking Building an FedSq



Federation Square

Freitag habe ich dann (nur) die Kinder zur Schule gebracht, mir nochmal die Stadt angeschaut, mein Handy geupdated, mir einen Surfstick gekauft, mir eine Monats-Tram-Metro-Bus-allround-Fahrkarte gekauft, mit der ich überall hinkomme, dies und das erledigt und organisiert…
Samstag bin ich mit der roten City Circle Tram gefahren, auf die man kostenlos immer und überall aufspringen kann. Sie fährt einfach in der Innenstadt im Kreis und ist eine prima Möglichkeit sich einen Überblick zu verschaffen. Weil ich morgens zu lange mit meiner Familie Porridge gefrühstückt habe (und hey, ich bin ein Haferflockensuppenkind – so schlecht ist der Kram für mich also nicht…) hatte ich nur noch Zeit, um am Federation Square dem Alleinunterhalter zuzusehen. Er hat mich denn dann auch prompt ausgewählt, um vor gefühlten eineinhalb Millionen Menschen in einer blauen Perücke zu tanzen. Zum Glück waren Adam aus England und Loui aus Holland auch dabei und haben sich ebenfalls lächerlich gemacht :-) War aber cool. Ich hab quasi alle Hemmungen verloren und alle Spielchen mitgespielt…Wer meine Dancemoves kennt, wird wissen, wovon ich rede :-D


Adam, namenloser Alleinunterhalter, moi und Loui
Zum Abendessen (zu dem ich recht gern nach Hause komme, hat irgendwie was familiäres…) war ich dann zu Hause, wo mich Duncan gefragt hat, ob ich heute (Sonntag) mitkommen will zum Melbourne Marathon Festival. Und da waren wir auch… Um halb 7 (6.30 Uhr meine Damen und Herren an einem – man beachte – Sonntag) sind wir mit dem Fahrrad eine dreiviertel Stunde in die Stadt reingefahren (geht relativ schnell am Fluss entlang), um dann bei der letzten Wasserstation auszuhelfen. Duncan läuft ebenfalls, hier in einem Sportverein, fühlt sich aber inzwischen zu alt, um noch selbst Marathon zu laufen. Mit seinen Kumpels haben wir von 9 bis halb 11 Wasser verteilt und die Läufer angefeuert (Yeah man, not far to go, you did a great job, aaaaaaaaaahhhh, you´re great, go ahead...") ich bin dann kurz nach 10 weiter (ohne Duncan) zur German Lutheran Church, in der meine Familie jeden Sonntag Gottesdienst feiert. Die Kinder haben ein Lied für Friederike (neue Gemeindepädagogin Marke Meyer-Kuhn [sorry an diejenigen, die Frau Meyer-Kuhn jetzt nicht kennen] gesungen.) Danach gabs einen Kirchenkaffee", bei dem ich zwei Backpacker kennengelernt habe, die mir ziemlich viel erzählen konnten übers Reisen and so on. Und danach war ich dann noch beim Queen Victoria Market und ich kann euch sagen… Unvorstellbar. Riiiiiiiiiiieeeesig. ZU VIEL auf einmal. Im vorderen Bereich gibt es Fisch und Fleisch, auch Brot und Obst und Gemüse, also wie ein richtiger Markt, aber dahinter kommt dann der Bereich mit ALLEM, was man sich nur vorstellen kann: Kleider, Taschen, T-Shirts, Pullis, Spielsachen, Blumen, Schals (hochwertige, aus richtiger Fernostseide…), Gürtel, Souvenirs, Töpfe, Pfannen, Schmuck, Perücken ETC!!! Um vier hab ich dann meinen Tag beendet, weil ich nicht mehr aus den Augen gucken konnte…Overflow – Error.










Liebe Sarah: Du weißt, was ich uns mitbringen werde :-D

Heut abend sitz ich nun also hier, schreib den ganzen Mist auf und WEHE ich krieg raus, dass jemand das Lesen abgebrochen hat :-D Nein Quatsch. Feel free to say no…even to my lovely text…
Ok, also: Daumen Hoch meine Damen und Herren, Luise erobert die Welt :-) Kleiner Scherz am Rande. Heute abend hab ich noch mit Robert telefoniert, meinem Vorgänger bei SBS. Um ehrlich zu sein, bin ich nämlich sehr nervör vor morgen…Falls ich gut bin, werd ich die Links unter denen ihr meine Arbeit anhören könnt, auch online stellen ;-)
Bis dahin, see you later guys, have a great time and don´t forget your Lujiiiisäää, die an euch alle denkt und viele von euch jetzt schon mehr als sehr vermisst... (Achso, nur nebenbei: Alle anderen Menschen hier sprechen meinen Namen sehr hübsch aus: „Lujiiiiis“ - sehr melodisch. Nur die Kinder mit ihrem Österreichisch-Winerisch-Schottisch-Aussie-Slang wissens irgendwie nich besser…Und Mary halt ich nach wie vor für witzlos :-D).
Das wichtigste hab ich jetzt vergessen: Meine Handynummer – falls sich jemand in die Unkosten eines International Phone Call stürzen will – lautet: 0061 (AUS) 3 (MELB) 0415201842 :-)
Und dann noch was, weils grad so schön ist und weil ich meine intellektuelle Seite schon lang nicht mehr hab raushängen lassen können: Dieser Blog bedient sich des Modus´ der Mündlichkeitsschrift, also: Scheiß auf Groß-Kleinschreibung, Grammatik, fehlende Endungen, Kommata und dergleichen ;-)


1 Kommentar:

  1. Luise!
    Vielen, vielen Dank für alle ausführlichen Schilderungen! Hört sich alles sehr toll an, das freut mich ganz arg für dich!
    Ich wünsch dir weiter so ne schöne Zeit, pass auf dich auf und viel Glück bei der Arbeit!
    Alles Liebe, Hanna.

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